Antivirales Medikament gegen COVID-19 erstmalig am Dresdner Uniklinikum erfolgreich eingesetzt


Die erste am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden mit dem antiviralen Wirkstoff Remdesivir behandelte COVID-19 Patientin konnte am 14. Mai entlassen werden. Die 53-jährige Krankenschwester aus Niesky wurde gut zwei Wochen auf der Intensivstation der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie behandelt und musste davon sieben Tage maschinell beatmet werden.

Weil sich der Zustand der Patientin unmittelbar nach der Verlegung aus einem Görlitzer Krankenhaus drastisch verschlechtert hatte, entschieden sich die Intensivmediziner des Uniklinikums für die Gabe des derzeit nur in Rahmen von Studien anwendbaren Remdesivir.

Das ursprünglich gegen das Ebola-Virus entwickelte Medikament Remdesivir hat bei COVID-19-Patienten positive Effekte gezeigt: Es milderte schwere Verläufe ab und verkürzte die Zeitspanne intensivmedizinischer Versorgung. So auch bei der Patientin J. F, die auf der Corona-Intensivstation des Dresdner Uniklinikums behandelt wurde

„Die intensivmedizinische Versorgung von Patienten mit besonders schweren Krankheitsverläufen ist auch für die Intensivmedizin eines Universitätsklinikums eine große Herausforderung. Doch die über viele Jahre aufgebaute Expertise und die Vernetzung mit Fachkollegen aus aller Welt ermöglichen uns Therapien auf dem aktuellen Stand der Medizin. Dass wir auf diese Weise Leben retten können, zeigt die Bedeutung der universitären Spitzenmedizin“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. An der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Dresdner Uniklinikums wurde schon vor Jahren ein Zentrum für differenzierte Lungenunterstützung etabliert, das sich auf die Therapie besonders komplexer Beatmungsfälle spezialisiert hat und auch außerhalb der COVID-19-Pandemie als überregionales Zentrum spezielle Verfahren wie die extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) anbietet.

„Die Gabe von Remdesivir ist eine von mehreren Optionen, COVID-19-Patienten mit spezifischen, aber noch nicht in der klinischen Routine etablierten Therapien zu versorgen. Mit der erstmaligen Gabe des antiviralen Wirkstoffs haben wir guten Gewissens Neuland betreten können. Denn die Versorgung schwerstkranker Menschen ist Alltag auf unserer Intensivstation, bei der wir regelmäßig nach neuen Wegen suchen und uns dazu eng mit Kollegen aus der ganzen Welt vernetzt haben. So gelang es uns, nach der Entscheidung für die Gabe von Remdesivir bei dieser Patientin das Medikament sehr kurzfristig zu bekommen“, sagt Prof. Thea Koch, Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie des Dresdner Uniklinikums.

„Auch außerhalb der COVID-19-Epidemie behandeln wir auf unserer Intensivstation jährlich etwa 50 Patienten mit schwersten Formen des akuten Lungenversagens auf unserer Intensivstation. Dabei setzen wir regelhaft spezielle Verfahren der differenzierten Beatmungs- und Lagerungstherapie bis hin zum maschinellen Lungenersatz im Rahmen einer ECMO-Therapie ein“, erklärt Prof. Peter Spieth. „Neben dem hochspezialisierten medizinischen Behandlungsteam auf der Intensivstation halten wir auch rund um die Uhr ein Team bereit, um besonders schwer erkrankte Patienten aus anderen Kliniken luft- oder bodengebunden ans Dresdner Uniklinikum verlegen zu können, wenn an diesen Krankenhäusern die Therapiemöglichkeiten erschöpft sind“, so Spieth weiter. Der Anästhesiologe und Intensivmediziner leitet das Zentrum für Akutes Lungenversagen (ARDS) undExtrakorporale Membranoxygenierung an der Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie.

Im Fall der COVID-19-Patientin J. F. wurde unmittelbar nach ihrer Übernahme aus einem ostsächsischen Krankenhaus eine maschinelle Beatmung sowie eine Bauchlagerungstherapie notwendig. Computertomographische Bilder der Lunge und spezielle Labortests zeigten den Intensivmedizinern, dass für COVID-19 typische periphere Lungenarterienembolien vorlagen, die entsprechend behandelt wurden. Zusammen mit der Remdesivir-Therapie besserte sich der Gesundheitszustand der 53-Jährigen rasch, sodass die invasive maschinelle Beatmung nach gut einer Woche beendet werden konnte. „Durch unsere Expertise in der Behandlung von schwersten Formen des ARDS sind wir fachlich und technisch optimal auf die Versorgung von intensivpflichtigen COVID-19-Patienten vorbereitet. Trotzdem ist diese Erkrankung aufgrund der teilweise sehr langen und medizinisch komplexen Verläufe nicht zu unterschätzen und unterstreicht die Notwendigkeit spezialisierter Intensivstationen“, so der Medizinische Vorstand des Dresdner Uniklinikums, Prof. Michael Albrecht.

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