Infopaket geschnürt: Von der Lupe bis zum Laser-Blindenstock

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Die richtigen Hilfsmittel verhelfen Menschen mit fortschreitender Seheinschränkung, zum Beispiel bei Netzhauterkrankungen, in hohem Maße zu mehr Selbstbestimmtheit und Lebensfreude. PRO RETINA Deutschland unterstützt betroffene Menschen mit umfassenden Beratungs- und Informationsangeboten, die passenden Hilfen für Alltag, Beruf, Freizeit oder Mobilität zu finden. Hierzu hat die Selbsthilfevereinigung jetzt drei aktuelle Publikationen vorgelegt.

“Rasante Entwicklungen vor allem bei den elektronischen und digitalen Unterstützungsmöglichkeiten revolutionieren derzeit regelrecht die Landschaft der Hilfsprodukte für Alltag, Beruf, Freizeit und Mobilität von Menschen mit Sehbehinderung”, konstatiert PRO RETINA, die Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen. Bahnbrechend seien beispielsweise intelligente Brillen, die Gegenstände erkennen und über eine Sprachausgabe benennen. Der weiße Langstock, ein Standardhilfsmittel für blinde Menschen zur Orientierung, werde mit Ultraschall- oder Laserausstattung zum Hindernismelder. Mit blindenfreundlicher Bedienung ausgestattet würden auch GPS-Navigationssysteme interessant als Orientierungshilfe. 

“Bleiben Menschen mit fortschreitender Sehbeeinträchtigung, wie sie bei Netzhauterkrankungen typisch ist, in der Hilfsmittelentwicklung auf dem Laufenden, können sie zuversichtlicher, gelassener und sicherer die Herausforderungen in ihrem Leben ins Visier nehmen”, verweist die Selbsthilfevereinigung auf ihre drei aktuellen Veröffentlichungen, die zu mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung beitragen sollen. Dazu sei ein ganzes Paket an barrierefreien Publikationen im DIN-A4-Format zum Thema „Hilfsmittel“ geschnürt worden. Die drei Publikationen dieses Jahres können laut Mitteilung bei der Selbsthilfevereinigung im Druckformat kostenlos bestellt werden, für Mitglieder lägen sie zudem im barrierefreien Online-Format vor.

1. Hilfsmittel bei Sehbehinderung
Einen Gesamtüberblick über Seh- und Alltagshilfen verschafft die gerade wieder aufgelegte und aktualisierte Broschüre „Hilfsmittel für Menschen mit Seheinschränkung“ (Infoserie Nr. 25).
Der selbst betroffene Autor Dr. Konrad Gerull informiert über Themenbereiche, mit denen sich Menschen in verschiedenen Stadien der chronischen Augenerkrankung befassen: Wohnungs- und Umgebungsbeleuchtung, Hilfsmittel zur Verbesserung von Größen-, Helligkeits- und Kontrastwahrnehmung sowie neue elektronische und digitale Seh- und Alltagshilfen.

2. Neue digitale Trends  
Wer die neue Vielfalt der Möglichkeiten von PC/Mac, Laptop, Tablet und Smartphone oder auch digital gestützten Haushaltsgeräten kennenlernen möchte, wird in der neuen 68-seitigen Publikation „Smartphone, Computer & Moderne Medien für Menschen mit Seheinschränkung“ (PRO RETINA Infoserie Nr.8) fündig.  
Die Autoren Thomas Schwerhoff und Alexander Schiermeier, selbst von Netzhauterkrankungen betroffen, widmen sich ausführlich den Fragen der Wahl des passenden Betriebssystems und Bildschirms oder der Tastatur sowie von hilfreichen Programmen/Apps. Sie geben Hinweise zum Kauf neuer Haushaltsgeräte mit taktilen oder akustischen Markierungen und sprechenden Etiketten, die für Menschen mit Sehbehinderung zur Verbesserung der Bedienfreundlichkeit führen.

3. Richtiger Umgang mit Kontrasten 
Die Publikation „Barrierefrei – und jeder weiß, wo es langgeht“ (PRO RETINA Infoserie Nr. 6) ist eine Handreichung zu visuellen Kontrasten im öffentlichen Raum, die mit Unterstützung des Bundesministeriums für Gesundheit vom Arbeitskreis Mobilität initiiert und umgesetzt wurde. 
Kontraste können nicht nur Menschen mit Seheinschränkung helfen, Hindernisse rechtzeitig zu erkennen, aber ihnen besonders. Die Broschüre führt auf wissenschaftlicher Basis in das Wissen ein und zeigt die Unterschiede anhand von praktischen Beispielen auf. Für Multiplikatoren der Selbsthilfe bietet sie Unterstützung, um zum Thema mit Verantwortlichen in Städten und Gemeinden ins Gespräch zu kommen. Diese Informationsschrift ist nun zum vierten Mal in aktualisierter Form aufgelegt worden.

Mit diesen drei aktuellen Publikationen, so erklärt PRO RETINA, wolle man deutlich machen, dass die moderne Vielfalt an Hilfsmitteln und Unterstützungsmöglichkeiten selbst Menschen mit hochgradiger Sehbehinderung ein Leben in weitgehender Selbstständigkeit und Unabhängigkeit sowie mit neuer Lebensqualität ermöglichen könne – wenn Sehbehinderte davon erfahren und das Wissen für sich nutzen können.
Alle drei Publikationen wurden nach Angaben der Selbsthilfevereinigung finanziell unterstützt von Novartis.

Weitere Informationen:  www.pro-retina.de

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