Sozioökonomische Faktoren beeinflussen Lebensqualität nach einer Herzoperation

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Gemeinsam haben Psychologen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) mit Medizinern des Universitätsklinikums Düsseldorf (UKD) untersucht, welche Faktoren zur Lebensqualität postoperativer Herzpatienten beitragen.

In der Fachzeitschrift „International Journal of Surgery“ berichten sie, dass neben somatischen Beschwerden auch sozioökonomische Faktoren eine wichtige Rolle spielen, die bei einer Nachsorge der Patienten berücksichtigt werden sollten.

Kardiovaskuläre Operationen sollen die Lebensqualität von Patienten verbessern, so dass diese nach dem Eingriff im besten Fall wieder ein normales Leben führen können. Doch auch nach einem medizinisch erfolgreichen Eingriff sind manche Patienten immer noch beeinträchtigt.

Ein Forschungsteam um Dr. Nora Schaal vom Institut für Experimentelle Psychologie der HHU und um Prof. Dr. Alexander Albert von der Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie des Klinikum Dortmund (ehemals Klinik für Kardiovaskuläre Chirurgie am UKD und Herzzentrum Lahr/Baden) hat eine großangelegte Studie mit 6.099 Patientinnen und Patienten aufgelegt, um die Faktoren für die Lebensqualität nach einer Herz-OP zu identifizieren.

Diese Patienten füllten sechs Monate nach der Operation einen sogenannten „Nottingham Health Profile“ aus. Dies ist ein international standardisierter Fragebogen zur Einschätzung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität. Er besteht aus 38 Fragen, die die Bereiche Energieverlust, Schmerz, emotionale Reaktion, Schlafprobleme, soziale Isolation und Mobilitätsverlust abdecken. Auch wurden sozioökonomische Daten erhoben.

Es zeigte sich, dass klassische Beschwerden der Herzpatienten wie Atemnot und Brustschmerzen die postoperative Lebensqualität besonders schwer beeinflussen, wenn bestimmte sozioökonomische Faktoren hinzukommen. Männer, jüngere Patienten, Alleinstehende und Personen ohne geregelte Arbeit zeigen ein erhöhtes Risiko, dass ihre Lebensqualität postoperativ eingeschränkt ist im Vergleich zu denen nach Alter und Geschlecht vergleichbaren Gruppen der Allgemeinbevölkerung.

Das Forschungsteam entwickelte darüber hinaus einen ersten Ansatz für ein Screening-Werkzeug. Wenn es sich in weitergehenden Prüfungen bewährt, kann es im klinischen Alltag eingesetzt werden, um solche Patienten zu identifizieren, bei denen ein hohes Risiko für eine eingeschränkte spätere Lebensqualität besteht. Erste Ergebnisse dieses Werkzeuges zeigen, dass sozioökonomischen Faktoren ebenso wie medizinischen Einschränkungen berücksichtigt werden sollten.

Dazu Albrecht: „Mich hat immer interessiert, wie es unseren Patienten auch Monate nach der Operation geht. Daher habe ich bereits vor 20 Jahren angefangen, systematisch Fragebögen Monate nach der Operation zu versenden. Die aktuellen Auswertungen bestätigen eindrucksvoll meine Beobachtungen, nämlich, dass Patienten unter Beschwerden, die vom Herzen oder nach einer Operation immer noch bestehen, besonders dann leiden, wenn zusätzlich noch andere seelische Probleme hinzukommen.“

Schaal ergänzt: „Diesen Menschen kann dann frühzeitig zusätzliche sekundäre Hilfe angeboten werden, neben den routinemäßigen Rehabilitationsmaßnahmen. Hier wären zum Beispiel neben intensiverer medizinischer Betreuung psychologische Unterstützungen denkbar.“

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